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Löschzug Tecklenburg
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Das Tecklenburger Feuerwehrgerätehaus |
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Löschzugführer: |
Richard
Brockmann (Tel. 05482-97200) |
| Stellv. Löschzugführer: |
Michael
Schürmann |
| Anschrift Gerätehaus: |
Pagenstraße
37
49545 Tecklenburg
Tel. 05482-7440 |
| Aktive Kameraden: |
31 |
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Chronik des Löschzuges Tecklenburg
Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts ist von größeren
Bränden in Tecklenburg nichts bekannt. Es gab daher
auch keine organisierte Feuerwehr. Im Bandfalle wurden alle
erwachsenen Bürger zu Hilfeleistungen herangezogen.
Im Jahre 1903 entzündete am 2. Pfingsttag ein Blitz
den Dachstuhl der Ev. Kirche. Aus allen Haushaltungen wurde
das dort vorhandene Wasser in Eimern. Der spätere Wehrführer
Karl Prigge erstieg mit einer langen Leiter den Kirchturm
und löschte mit dem in Eimern heraufgereichten Wasser
den Brand. Ein größerer Schaden wurde damals
vor allem durch den mutigen Einsatz eines Einzelnen abgewendet.
Im Jahr danach kam es jedoch in Tecklenburg zu einem Brand
in der Innenstadt, der zumindest noch den älteren Tecklenburgern
als "der große Brand von 1904" bekannt ist.
Am 08.09.1904 brach in der Tischlerei Saatkamp am Markt
zwischen 13.00 und 14.00 Uhr ein Feuer aus, das erst am
Abend eingedämmt werden konnte. Insgesamt wurden 7
Häuser und 2 Schuppen zerstört bzw. beschädigt. |
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Marktplatz nach dem Großen Brand von 1904
(Foto: Archiv Howe) |
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"Die Grüne Minna", ein LF8 versah von
1942 bis 1964 ihren Dienst in Tecklenburg |
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Aufgrund dieses
Brandes wurden erste Überlegungen zur Gründung
einer Freiwilligen Feuerwehr angestellt. In einer "Berechnung
der Ausrüstungskosten einer Freiw. Feuerwehr von 30
Mann für die Stadt Tecklenburg" wurden Kosten
für die persönliche Ausrüstung für alle
Kameraden von 578 Goldmark ermittelt. Anfragen bei verschiedenen
Feuerversicherungsgesellschaften im Herbst 1904 wegen Gewährung
eines Zuschusses zu den Ausrüstungskosten wurden in
der Regel "wegen geringen Geschäftsinteresses"
negativ beantwortet. Lediglich die "Westfälische
Provinzial-Feuer-Societäts-Direktion" sagte einen
Kostenbeitrag zu, wenn die von ihr erlassenen "Grundsätze
für die Verbesserung des Feuerlöschwesens"
eingehalten würden. Nicht zuletzt aus finanziellen
Gründen wurde auf die Gründung einer Freiw. Feuerwehr
verzichtet. Statt dessen wurde durch "Ortsstatut"
vom
30.04.1906 eine Pflichtfeuerwehr gegründet. Die Mitglieder
der Pflichtfeuerwehr wurden bei Einsatz und Übungen
durch Armbinden gekennzeichnet. Als Ausrüstung besaß
sie lediglich eine alte Handdruckspritze ohne Saugvorrichtung
mit einem 26 m langen Druckschlauch. Sie mußte mit
Wassereimern und dergleichen gefüllt werden. |
Außerdem waren vorhanden eine Anzahl Ledereimer, 2 Feuerhaken
und 2 Anstelleitern. Seit dem Bau der Wasserleitung im Jahre 1911
gehörte zur Ausrüstung noch ein 2-rädriger Schlauchwagen
mit den dazugehörigen Standrohren und einer kleinen Zahl
meist reparaturbedürftiger C-Schläuche. Untergebracht
waren diese Ausrüstungsgegenstände im Erdgeschoß
der "Legge", einem alten Torgebäude (früher
gräfliche Leinenprüfanstalt). Am 11.10.1919 wurde dann
die Freiw. Feuerwehr Tecklenburg gegründet. Auf einen Aufruf
der Stadtverwaltung hatten sich rd. 50 Bürger freiwillig
zur Aufnahme in die Feuerwehr gemeldet. Diese wurde in drei Abteilungen
eingeteilt, und zwar in
1. die Steiger- und Rettungsabteilung (ca.12 Mann)
2. die Wasser- und Spritzenabteilung (ca. 25 Mann)
3. die Ordnungsabteilung (ca. 10 Mann)
Geübt wurde
anfangs jeweils an einem Sonntagmorgen und an 1 - 2 Abenden
im Monat. Die Alarmierung der Wehr erfolgte damals noch
durch Hornsignale. Erst 1925 erhielt die Feuerwehr in der
früheren Rektoratsschule an der Schloßstraße
ein eigenes Gerätehaus, welches in Eigenarbeit durch
die Feuerwehrkameraden hergerichtet wurde. Auf dem ehemaligen
Schulplatz hinter dem Haus wurde ein Mast als Ersatz für
einen Schlauchtrockenturm aufgestellt. Im Jahre 1933 wurde
wie überall auch die Tecklenburger Feuerwehr neu organisiert.
Im damaligen Ortspolizeibezirk Tecklenburg, zu dem die Gemeinden
Brocherbeck, Ledde, Leeden und auch Ladbergen gehörten,
wurde eine einheitliche Amtsfeuerwehr geschaffen. Zu dieser
Zeit erhielt die Stadt Tecklenburg auch ihre erste Brandsirene.
Zum 01.01.1975 ergab sich ein neuer Wandel bei den Feuerwehren
in Nordrhein-Westfalen. Aufgrund der Gebietsreform wurden
die bisher selbständigen Wehren der Gemeinden Brochterbeck,
Ledde, Leeden und Tecklenburg zu einer Feuerwehr mit 4 Löschzügen
zusammengelegt. Die bisherigen Wehrführer und stellv.
Wehrführer wurde hierdurch Löschzugführer
bzw. stellv. Löschzugführer. Im Jahre 1978 ging
dann ein lang ersehnter Wunsch der Tecklenburger Kameraden
in Erfüllung: Das neue Gerätehaus an der Pagenstraße
konnte bezogen werden. Bereits auf der Jahreshauptversammlung
im Jahre 1962 hatte der damalige Bürgermeister Rehmer
verkündet, daß im Haushalt der Stadt Tecklenburg
Rücklagen für den Neubau eines Gerätehauses
eingeplant sind. |
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1978 konnte der festliche Umzug in das neue Gerätehaus
vollzogen werden |
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Von Großbränden ist die Stadt Tecklenburg
seit Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr verschont geblieben.
Neben den Einsätzen auf dem Stadtgebiet wurden die Feuerwehrkameraden
jedoch auch immer wieder zur nachbarlichen Löschhilfe gerufen.
Sieht man einmal von den Einsätzen während des 2.
Weltkrieges ab, waren die Brände am 15.05.1972 bei der
Firma B + K, Lengerich, und am 04.10.1992 bei der Firma Micro-Plast,
Lengerich, die größten Einsätze, zu denen die
Tecklenburger Kameraden zur nachbarlichen Löschhilfe gerufen
wurden.
Besondere Einsätze
Auch wenn es seit Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr bisher in
Tecklenburg keine Großbrände gab, sei auf folgende
Einsätze im Stadtgebiet jedoch noch einmal hingewiesen:
Kurz vor Kriegsende wurden an der unteren Ibbenbürener
Straße vier Fachwerkhäuser und an der Brochterbecker
Straße ein Fachwerkhaus durch Panzerbeschuß zerstört
bzw. beschädigt.
Am 31.12.1968 brannte das Obergeschoß eines
Hauses am Weingarten. Auch von der Autobahnpolizei auf der noch
relativ noch neuen A 1 "Hansalinie" wurde der Brand
beobachtet und gemeldet. Bereits die Anfahrt der Wehr vom alten
Gerätehaus an der Schloßstraße über die
Brochterbecker Straße zum Einsatzort wurde durch Eis-
und Schneeglätte stark behindert. Auch die Arbeit an der
Einsatzstelle wurde u.a. durch Einfrieren von Schläuchen
und Armaturen erschwert.
Am 03.03.1983 kam es an der Ibbenbürener
Straße zu einem Wohnungsbrand mit Todesfolge. Obwohl die
Feuerwehrkameraden eine Ausbreitung des Brandes verhinderten,
konnte die Wohnungsinhaberin nur noch tot geborgen werden. Vermutlich
war die 73-jährige Frau in ihrem Wohnzimmer eingeschlafen
und eine brennende Kerze hatte Einrichtungsgegenstände
entzündet.
Am 27.11.1983 hatten Bewohner einer Dachgeschoßwohnung
an der Bahnhofstraße Glück im Unglück. Durch
Sturm stürzte eine mehr als 300 Jahre alte Blutbuche auf
das Haus. Das Wohnzimmer im Dachgeschoß, in dem wenige
Minuten vorher noch Kinder gespielt hatten, wurde völlig
zerstört.
Am 02.03.1987 (Rosenmontag) ging im Tecklenburger Land
und vor allem auf dem Kamm des Teutoburger Waldes bei
Minus-Temperaturen ein Sprühregen nieder, der an
Bäumen und Sträuchern gefror. Durch die Eislast
stürzten unzählige Bäume um oder Äste
brachen aus standfesten Bäumen heraus. Viele Hilferufe
gingen bei der Feuerwehr ein. Der Funkverkehr war total
überlastet. Sogar ein Polizeifahrzeug wurde auf der
Lengericher Straße "gefangen", als plötzlich
vor und hinter ihm Bäume die Fahrbahn blockierten.
In dem einwöchigen Einsatz war die Feuerwehr in mehreren
Gruppen mit Kranwagen und Drehleiter im Einsatz, um abgebrochene
Äste aus Baumkronen zu entfernen, Straßen und
Wege freizuschneiden, oder durch Bäume blockierte
Hauseingänge wieder benutzbar zu machen.
Am 05.10.1992 brannte das ehemalige Hotel "Burghof"
an der Brochterbecker Straße. Das Obergeschoß
wurde völlig zerstört. Das Untergeschoß
wurde soweit beschädigt, daß es letzten Endes
ganz abgetragen wurde. Das besondere an diesem Brand war,
daß in das Gebäude, das von der Stadt angemietet
worden war, drei Tage später asylsuchende Ausländer
einziehen sollten. Wie die Kriminalpolizei später mitteilte,
war das Feuer auf Brandstiftung zurückzuführen. |
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Ein Kranwagen mußte eingesetzt werden um nach
dem Eisregen Äste aus den Bäumen zu entfernen |
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Am 04.02.1994 brannte ein Großteil der
Fertigungshallen der Firma "KW-Lichtwerbung" am Bahnhof
(früher B & K bzw. W & H) vollständig aus.
Durch massiven Feuerwehreinsatz konnte ein Übergreifen
des Brandes auf andere Gebäudeteile verhindert werden.
Da in höher gelegenen Teilen Tecklenburgs die Wasserversorgung
zusammenzubrechen drohte, wurde Löschwasser zusätzlich
aus dem ca. 400 m entfernten Teich von Haus Marck gefördert.
Bei den meisten dieser Einsätze wurden die
Tecklenburger Kameraden durch die Nachbarwehren unterstützt.
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