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Löschzug Brochterbeck
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Das Brochterbecker Feuerwehrgerätehaus |
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Löschzugführer: |
Jörg Wallmeier |
| Stellv. Löschzugführer: |
Maik Helmig |
| Anschrift Gerätehaus: |
Wechter Str.
10
49545 Tecklenburg
Tel. 05455/1333 |
| Aktive Kameraden: |
45 |
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Chronik des Löschzuges Brochterbeck
Bereits bevor 1925 die Freiwillige Feuerwehr offiziell
gegründet wurde, gab es eine Pflicht- oder Zwangsfeuerwehr.
Jeder männliche Bürger, der älter als 18 Jahre
war, hatte darin Dienst zu tun. Effektiv war der Einsatz damals
nur unter den besten Bedingungen: "Nur wenn günstige
Wasserverhältnisse vorlagen und der Weg zur Brandstelle
nicht zu weit war, konnte man wirksam eingreifen," heisst
es in der Chronik zum 40. Geburtstag der Wehr.
Uniformen gab es damals keine, ebenso wenig wie irgendwelche
persönlichen Ausrüstungsgegenstände. Der Alarm
wurde mit den beiden Kirchenglocken gegeben. Meisst zu Fuss
machten sich die Kameraden dann eiligst auf den Weg. Die einzige
Ausrüstung bestand in einer Handspritze.
Das Spritzenhaus, das erste Gebäude der Brochterbecker
Feuerwehr, wurde im Jahr 1900 direkt neben der Mühle gebaut
und bot gerade genug Platz für die Spritze - und für
einen vergitterten Raum, der als Ortsgefängnis genutzt
wurde.
Künstliche Löschteiche wurden in jenen Tagen noch
nicht angelegt, nur aufgestaute Gräben und Bäche standen
zur Verfügung - und bei den geringen Wassermengen, die
mit der Handspritze gefördert werden konnten, und dem leicht
brennbaren Material wie Fachwerk, Stroh und Holz, aus dem die
Häuser gebaut wurden, waren die Brandschäden entsprechend
hoch.
Zwangsverpflichtung der männlichen Brochterbecker - das
erwies sich dauerhaft nicht als Lösung. Statt Druck und
Pflicht waren ein grosses Mass an Enthusiasmus und Idealismus
gefordert, um eine effektiv einsetzbare Kameradschaft aufzubauen.
30 Männer erklärten sich im Jahr 1925 bereit, der
Freiwilligen Feuerwehr Brochterbecks beizutreten. Offizieller
Tag der Gründung ist der 25. August des Jahres.
Die Jahre nach 1933 wurden auch für die Brochterbecker
durch das nationalsozialistische Regime überschattet: Heinrich
Heemann sollte, so der übereinstimmende Vorschlag der Kameraden,
die Führung der Wehr übernehmen. Offensichtlich waren
es politische Gründe, aus denen Anhänger der NS-Regierung
in massgeblichen Positionen dies vehement ablehnten. Ein linientreuer
ehemaliger Wachtmeister übernahm die Führung. Viele
Brochterbecker Kameraden quittierten daraufhin den Dienst, so
dass die Wehr erheblich zusammenschrumpfte und nicht mehr einsatzbereit,
beziehungsweise der Feuerschutz der Gemeinde nicht länger
gewährleistet war. In der Folge wurde erneut jeder männliche
Bürger über 18 Jahre, der keiner anderen Organisation
wie SA, SS etc. angehörte, zum Dienst verpflichtet.
Uniformen gab es für den "Zuwachs" nicht in ausreichender
Zahl, und da sich auch keiner gerne zum Dienst zwingen liess,
traten die "neu gewonnenen" Kameraden demonstrativ
in ihrer normalen Arbeitskleidung und mit Holzschuhen zum Dienst
an. In jener Zeit sprach man von den Brochterbecker Kameraden
als "Holskenfeuerwehr".
Das Konzept der Zwangsverpflichtung erwies sich erneut als ebensowenig
erfolgreich wie mehr als zehn Jahre zuvor: Schliesslich, wenige
Monate später, setzte sich die Solidarität der freiwilligen
Kameraden durch, und Heinrich Heemann wurde als Wehrführer
eingesetzt.
Im Jahr 1940 schaffte die Wehr eine Motorspritze an, mit der
Brände deutlich erfolgreicher bekämpft werden konnten.
Zwei Jahre später kam ein Geräte- und Mannschaftswagen
hinzu.
Der zweite Weltkrieg war ausgebrochen und machte auch vor dem
Münsterland nicht Halt: Die Männer wurden nach und
nach eingezogen, die Wehr durch eine HJ-Feuerwehr aus jungen
Kameraden ersetzt. Als selbst diese halben Kinder zum Dienst
an der Waffe abgezogen wurden, übernahmen die Frauen den
Schutz des Dorfes vor Feuer. Übungen gehörten zum
Alltag der weiblichen Truppe wie bei ihren männlichen Kollegen,
und auch der Ernstfall blieb ihnen - gerade in Kriegszeiten
- nicht erspart.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges löste sich die Frauenwehr
auf: Abgesehen von diesem Intermezzo ist der Löschzug Brochterbeck
bis heute eine reine Männerinstitution.
1961 war ein Raum der ehemaligen katholischen Volksschule, die
an der Stelle des heutigen katholischen Pfarrzentrums lag, zum
Gerätehaus umgebaut worden. Der Raum war feucht, die Geräte
begannen zu schimmeln und darüberhinaus bot er nicht ausreichend
Platz für die Gerätschaften der Wehr.
Ein neues Gerätehaus wurde am 15. Oktober 1966 eingeweiht:
In der 170 Quadratmeter grossen Fahrzeughalle fanden drei Boxen
in der geforderten Normgrösse Platz, in denen die Fahrzeuge
der Wehr abgestellt werden. Die übrigen Feuerwehrräume
wurdem im Erdgeschoss des quer zum Garagentrakt angeordneten
zweigeschössigen Baus untergebracht. Der Ausrüstungs-
und Magazinraum grenzt direkt an die Fahrzeughalle. Zudem wurde
ein 30 Quadratmeter grosser Unterrichtsraum gebaut, in dem Schulungen
und Kameradschaftsabende der Wehr stattfinden. Dieses dritte
Feuerwehrhaus der Gemeinde wurde mit Hilfe öffentlicher
Mittel errichtet und wird noch heute - nach einem weiteren Anbau
- genutzt.
Gerhard Grudda, der 1967 zum Wehrführer berufen wurde,
baute das System der „fördernden Mitlieder“
– damals einmalig im gesamten Stadtgebiet auf. Viele Anschaffungen
für die aktiven Kameraden konnten im Laufe der vergangenen
Jahrzehnte nur durch die finanzielle Unterstützung der
passiven Förderer getätigt werden.
Der 50. Geburtstag der Freiwilligen Feuerwehr Brochterbeck im
Jahr 1975 wurde mit einem grossen Fest auf dem Dorfplatz begangen:
Eine Ausstellung alter und moderner Gerätschaften der Feuerwehr,
Rundfahrten mit Feuerwehrautos für die Kinder und interessante
Filme über die Feuerschutzwoche im Vorjahr und das Löschwesen
in New York standen auf dem Programm. Für den Zapfenstreich,
der das Fest stimmungsvoll abrundete, sorgt die Feuerwehrkapelle
Laggenbeck.
Die Umstrukturierung des Gemeindewesens im Jahr 1975 wirkte
sich auch auf den formellen Aufbau der Feuerwehr aus. Die bis
dahin selbstständige Gemeinde Brochterbeck wurde eingemeindet
und ist seitdem – wie Ledde und Leeden auch – ein
Ortsteil der Gemeinde Tecklenburg. Aus der Freiwilligen Feuerwehr
Brochterbeck wurde der Löschzug Brochterbeck, der zur Feuerwehr
Tecklenburg gehört, und aus dem Wehrführer wurde von
Stund an der Löschzugführer.
Die räumliche Situation wurde Mitter der 90er Jahre angesichts
des erfreulich grossen Engagements der Brochterbecker Kameraden
immer beengter: Auf nur 30 Quadratmetern Schulungsraum fanden
die Dienstabende und Schulungen statt – eindeutig zu viel
für die weit über vierzig Kameraden des Löschzugs.
1997 einigte sich der Löschzug mit der Stadt auf folgende
Regelung: Die anfallenden Materialkosten eines Erweiterungsbaus
würde die Stadt tragen, wenn die Kameraden sich zu einem
Umbau in reiner Eigenleistung bereit erklärten. Gesagt,
getan. Mit großartiger Unterstützung auch der Brochterbecker
Geschäftswelt wurde Ende 1997 der erste Spatenstich getan,
um den Schulungsraum um drei Meter zu verlängern. Zimmerleute,
Maurer, Elektriker, Maler und viele andere Handwerker gehören
der Wehr an und konnten durch ihren Einsatz den gesamten Umbau
in Eigenleistung vollenden. Durch diese Erweiterung des alten
Schulungsbereiches entstand ein heller Raum, in dem sogar noch
eine Küchenzeile Platz fand.
Im Jahr 2002 hat die Solidarität in einem Dorf wie Brochterbeck
nichts von ihrer Ausstrahlung verloren: 46 Kameraden stehen
im Falle eines Brandes, eines Unfalls oder eines Wasserrohrbruchs
zur Verfügung. Gern sind die Kameraden Brochterbecks „Mädchen
für alles“. Ob die Osterfeuer koordiniert, der Ordnungsdienst
für die Oldtimerrallye zusammengestellt werden, oder Banner
im Dorf aufgehangen werden müssen – die „Blauröcke“
sind bei allen wichtigen Ereignissen im Einsatz.
Wichtiger Bestandteil der Kameradschaft ist neben Übungen,
Lehrgängen und Leistungsnachweisen der 14tägige Kameradschaftsabend.
Nicht nur dienstliches wird hier gepflegt: Der Zusammenhalt
der Wehr, der im Ernstfall so wichtig ist, wächst auch
durch das Gespräch über Alltägliches und den
Spass, den man miteinander hat.
So erhalten die derzeit 46 Kameraden des Löschzugs die
lange Tradition der freiwilligen Feuerwehr in Brochterbeck auch
heute noch aufrecht – getreu dem Motto „Gott zur
Ehr‘, dem nächsten zur Wehr“.
Besondere Einsätze
Im April 1981 stand die Stärkefabrik Kröner im Bocketal
in Flammen: Das Feuer brach in Lagerräumen im dritten Geschoss
aus – und damit an der gleichen Stelle, an der es fünf
Monate zuvor durch einen Kurzschluss entfacht worden war. Kurz
nach Mitternacht erreichte der Alarm die Feuerwehr: Die vier
Löschzüge der Tecklenburger Wehr und die Freiwilligen
Feuerwehren Lengerich und Ibbenbüren rückten aus:
Etwa hundert Kameraden brachten das Feuer dank der guten Löschwasserversorgung
innerhalb einer Stunde unter Kontrolle. Insgesamt waren sieben
Tanklöschfahrzeuge und die beiden Drehleitern von Lengerich
und Ibbenbüren im Einsatz.
Einen Grosseinsatz hatten im Herbst 1985 Schweissarbeiten auf
dem Hof Dasmann zur Folge: Bis zu 36 Stunden waren die Kameraden
im Einsatz, um das verheerende Feuer in den Griff zu bekommen.
Eine Serie von Bränden beunruhigte im Herbst 1986 die
Brochterbecker Bevölkerung: In allen Fällen konnten
die Feuerwehrmänner durch ihr rasches Eingreifen grösseren
Schaden abwenden. Erst ein Jahr später zeigte sich der
Brandstifter, den sein Gewissen plagte, selber an. Er stammte
aus den Reihen der Wehr. Ein vorbildlicher Kamerad hatte er
sein wollen: Dadurch, dass er immer als erster an der Brandstelle
war und besonders grossen Einsatz zeigte, hoffte der 20jährige,
Anerkennung zu finden.
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