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Dramatische Flucht aus brennendem Haus (22.4.2008)

Bericht: Wilhelm Schmitte (Westälische Nachrichten)
Fotos: Westälische Nachrichten

Dramatische Szenen spielten sich in der Nacht zu Dienstag auf dem Dach einer Doppelhaushälfte in Tecklenburg ab. Ein 46 Jahre alter Mann, der am Donnerstagabend seinen schweren Verletzung erlegen ist, versuchte verzweifelt, seine Familie vor einem Flammeninferno in Sicherheit zu bringen.

Im Dachgeschoss des Hauses beginnt kurz nach Mitternacht ein Wettlauf mit dem Tod. Durch die Dachgaube hangelt sich bei fahlem Mondschein der 24 Jahre alte Sohn nach draußen, balanciert an der Dachrinne entlang und hilft der 36 Jahre alten Ehefrau des Mannes und deren acht Jahre alter Tochter bei der gefährlichen Passage. Über den First des hölzernen Gartenhäuschens springen sie auf das Dach des Familienautos und rutschen von dort völlig erschöpft auf das graue Betonpflaster. Ein lauter Knall hat das Fenster im Giebel bersten lassen. Der 46 Jahre alte Familienvater ist zu dem Zeitpunkt noch im Haus. Er bezahlt für sein Ausharren einen hohen Preis: Der Mann erleidet schwere Brandverletzungen, rund 40 Prozent seiner Haut werden zerstört; er erlag seinen schweren Verletzungen.
Um 1.45 Uhr gehen die Notrufe – auch die der Anwohner – bei der Feuerwehr ein. Fünf Minuten später ist der Löschzug des 1200 Einwohner zählenden Ortsteils Ledde vor Ort. „Als wir ankamen, breiteten sich die Flammen bereits rasch aus“, berichtet der stellvertretende Löschzugführer und Einsatzleiter Thomas Sundermann. Um 1.55 Uhr kümmern sich der Notarzt und 14 Rettungskräfte um den 46-Jährigen und dessen Familie. Der Mann wird um 2.42 Uhr nach Lengerich zur Helios-Klinik gebracht. Dort hebt um 3.13 Uhr der Rettungshelikopter ab. Ziel ist die Spezialklinik „Bergmannsheil“ in Bochum. Dort versorgen Fachärzte den Schwerverletzten. Ehefrau und Tochter werden ins Osnabrücker Marienhospital, der Sohn ins Ibbenbürener Klinikum gebracht.

65 Feuerwehrleute haben gegen sechs Uhr die letzten Brandnester gelöscht. Die Polizei geht von rund 250 000 Euro Schaden aus. Durch die enorme Hitzeentwicklung ist das Gebäude praktisch entkernt. Die Ermittlungen dauern an. Die Brandstelle ist beschlagnahmt. Es herrscht Rätselraten über die Ursache.

„Das war einer meiner schwersten Einsätze“, zieht Wieland Fortmeyer (52) Bilanz. Und sein erster als Wehrführer. Ganze neun Stunden zuvor hat er im Tecklenburger Rathaus seine Ernennungsurkunde erhalten.

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